Die Geschichte Panamas
Die jüngere Geschichte Panamas ist stark mit der Errichtung und Entstehung des Panamakanals verbunden. Die zu Beginn militärische und in Folge handelsbedingte wichtige Position diesem kleinen Land schon immer eine besonders wichtige Bedeutung verlieh.
Panama als spanische Kolonie
Panama wurde im Jahr 1501 von den Spaniern entdeckt, genauer durch J. de la Cosa und R. de Bastidas. 1513 überquerte Vasco Nunez de Balboa als erster Europäer die sumpfige Landenge zwischen Karibik und Pazifik und begründet en sogenannte „Camino Real“. Für Touristen sind Teile seines Landwegs noch heute begehbar.
Am 29.01.1671 überfiel der berüchtigte Pirat Henry Morgan die heutige Hauptstadt Panama City auf dem Landweg. Obwohl er und seine 1400 Männer zahlenmäßige den 2600 Verteidigern deutlich unterlegen waren, schafften sie es die Stadt zu plündern und vollständig niederzubrennen. Nach 4 Wochen verließen Henry Morgan und seine Besatzung die Ruinen mit Eseln, Waren und Gefangenen. Zwei Jahre später wurde die Stadt einige Kilometer entfernt, wo sie heute noch steht, ne errichtet. Die Ruinen der alten Stadt werden heutzutage gerne von Touristen besucht.
Panama als Großteil Großkolumbiens
Unter Simòn Bolìvar spaltete sich das Land am 28.11.1821 vom Vizekönigtums Neu-Spanien und wurde zusammen mit Ecuador Teil von Großkolumbien. Heute gilt der 28.11. als Nationalfeiertag.
1855 verbindet die USA die beiden Meere mittels einer Eisenbahn. Gerüchten zufolge, kam für jede Bahnschwelle die errichtet wurde, ein angeheuerter Gastarbeiter ums Leben.
1879 kauften die Franzosen diese Bahnlinie mit dem Ziel den Seeweg von der Ost- und Westküste der USA zu verkürzen. 10 Jahre nach dem Beginn des Durchstiches der Landenge gingen die Franzosen Bankrott. Die USA kauften diese Konkursmasse. Gegen die Anerkennung der Republik Panama und gewisse Zahlungen sicherten sie sich „auf Ewigkeit“ alle Rechte zum Schutz, Betrieb und Bau des Kanals.
Quasikolonie der USA
1903 rebelliert Panama gegen Kolumbien. Der damalige amerikanische Präsident Roosevelt unterstützt die Bemühungen und ermöglicht somit am 03.11.1903 die Unabhängigkeit Panamas von Kolumbien. Als Gegenleistung wurde der Hay-Bunau Varilla Vertrag zwischen panamesischen Unterhändlern und den USA abschlossen. Dieser erlaubte es den Vereinten Staaten den Panamakanal zubauen und die Hoheitsrechte auf dem Gebiet um den Kanal für sich zu beanspruchen – es entstand die Panamakanal-Zone.
Zwischen 1904 und 1914 erbauten Ingenieure der US Army den Panamakanal.
In den Jahren von 1959 bis 1962 wurde an der „Puente de las Amèricas“, einer den Kanal überspannende Brücke, gebaut. Über 40 Jahre lang war sie die einzige Verbindung zwischen Nord- und Südamerika. Erst im Jahr 2004 wurde „Puente del Centanario“, eine zweite Verbindung, eröffnet.
Die Diktatur
Im Jahr 1968 entmachtet Omar Torrijos die zivile Regierung Panamas und errichtet ein gemäßigt autoritäres Regime. Zwar gelingt es ihm die Lebensbedingungen der Unter- und Mittelschicht zu verbessern, doch bleiben die Besitz- und Einkommensverhältnisse der Bewohner größtenteils unangetastet und damit weiterhin ungleicher als im restlichen Lateinamerika.
Nach schwerwiegenden Auseinandersetzungen aufgrund der US-Präsenz im Land, handelt Torrijos mit dem US-Präsidenten Jimmy Carter ein Grundsatzabkommen über die Übergabe des Kanals aus.
Am 07.09.1977 sicherte der unterzeichnete „Torrijos-Carter-Vertrag“ die Übertragung der gesamten Kanalzone bis Ende 1999 von den USA an Panama. In diesem Vertrag wurde außerdem die ständige Neutralität und Funktionsfähigkeit des Panamakanals festgelegt. Den USA wurde das Recht zugesprochen den Kanal jederzeit vor allen möglichen Gefahren zu schützen.
1981 verunglückte Omar Torrijos bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz. Manuel Noriega, bis dahin die politische rechte Hand Torrijos‘ beendet den eingeleiteten Demokratisierungsprozess und erklärt sich als „Maximum Leader“ Panamas.
Die Republik
1989 stürzte die US Regierung Noriega in der „Operation Just Cause“. Bis zu seinem Sturz war Noriega ein wichtiger Informant der DEA und des FBI.
Am 31.12.1999 um 12:00 wurde das gesamte US-Gebiet entlang des Kanals offiziell an Panama übergeben. Panama erhält dadurch erstmals die volle Souveränität über sein Staatsgebiet.